Angaben zur Biographie
Name: Nicole Hahn
Geburtsdatum: 10.06.1969
Geburtsort: Bad Hersfeld
Beruf: Seit 27 Jahren selbstständig tätig im Bereich Wirtschaft und Kultur.
Seit wann leben und arbeiten Sie in der Verbandsgemeinde Unkel?
Seit 2013 lebe und arbeite ich in Unkel. Die Verbandsgemeinde ist damit seit vielen Jahren mein Lebensmittelpunkt.
Seit wann sind Sie politisch aktiv und welche Ämter haben Sie inne?
Seit 2021 gehöre ich dem Vorstand der SPD Unkel & Bruchhausen an; Seit 2023 bin ich deren Vorsitzende. Seit 2024 bin ich Mitglied des Stadtrates der Stadt Unkel und Mitglied im Kuratorium der Willy-Brandt-Bürgerstiftung. Seit 2025 bin ich Beisitzende im Kreisvorstand der SPD Neuwied. Seit 2026 gehöre ich außerdem als Beisitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Kreisverband Neuwied an.
Die Fragen
- Was reizt Sie an der Aufgabe?
- Warum glauben Sie, sind Sie für das Amt geeignet? Welche Voraussetzungen und Erfahrungen bringen Sie mit?
- Welche Schwerpunktthemen wollen Sie angehen?
- Was läuft gut in der VG Unkel?
- Mit welchen Herausforderungen hat die VG Unkel zu kämpfen?
- Wie wollen Sie die Finanzsituation verbessern?
- Der scheidende VG-Chef beklagt, dass in den Bereichen Digitalisierung der Verwaltung, Brand- und Katastrophenschutz, Kinderbetreuung, Integration und Unterbringung von Geflüchteten die Anforderungen stetig steigen – auf Kosten der Kommunen. Er fordert hier Korrekturen. Wie sehen Sie das?
- Was würden Sie von einer Fusion der VGs Unkel, Linz und Bad Hönningen halten, die der scheidende VG-Chef Karsten Fehr begrüßt hatte. Als Alternative hatte er sich auch schon für die Umwandlung in eine verbandsfreie Gemeinde ausgesprochen. Das würde die Auflösung der drei Ortsgemeinden und der Stadt Unkel bedeuten, stattdessen gebe es Ortsbezirke.
- Würden Sie die bisherigen Pläne einer Fußgängerbrücke über den Rhein zwischen Erpel und Remagen befürworten und in das Projekt mehr Tempo bringen wollen?
1. Was reizt Sie an der Aufgabe?
Mich reizt vor allem die Möglichkeit, unsere Verbandsgemeinde aktiv zu gestalten und gemeinsam mit den Menschen vor Ort fit für die Zukunft zu machen.
Ich wünsche mir eine bürgernahe, moderne und serviceorientierte Verwaltung, die den Menschen zuhört, erreichbar ist und Dinge möglichst unkompliziert auf den Weg bringt. Verwaltung sollte für die Bürgerinnen und Bürger da sein – nicht umgekehrt.
Gleichzeitig möchte ich den Blick fest nach vorne richten. Die Verbandsgemeinde Unkel hat großes Potenzial. Wir müssen heute die Entscheidungen treffen, die morgen wichtig sind: bei der Digitalisierung, der Infrastruktur, der Bildung und natürlich beim Klimaschutz. Mein Ziel ist eine moderne Verbandsgemeinde mit einem festen Blick in die Zukunft, die ihre Klimaziele ernst nimmt und den Weg zur Klimaneutralität konsequent weitergeht.
Mich reizt also nicht nur das Amt an sich. Mich reizt die Gestaltungsaufgabe: zuzuhören, Menschen zusammenzubringen, gute Ideen aufzugreifen und daraus konkrete Projekte für unsere Verbandsgemeinde zu entwickeln. Ich möchte eine Bürgermeisterin sein, die nah bei den Menschen ist und gleichzeitig den Mut hat, neue Wege zu gehen.
2. Warum glauben Sie, sind Sie für das Amt geeignet? Welche Voraussetzungen und Erfahrungen bringen Sie mit?
Ich glaube, dass ich für das Amt der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Unkel vor allem deshalb geeignet bin, weil ich Lebenserfahrung, Führungserfahrung, Kommunikationsstärke und unternehmerisches Denken miteinander verbinde – und diese Erfahrungen mit Verantwortungsbewusstsein, Gestaltungswillen und einer großen Nähe zu den Menschen vor Ort einbringen kann.
Als Mutter von zwei Kindern bin ich es gewohnt, auch in stressigen Situationen den Überblick zu behalten, Entscheidungen zu treffen und unterschiedliche Interessen zusammenzubringen. Ich bin kommunikativ, offen und gerne im direkten Austausch mit Menschen.
Seit 27 Jahren bin ich selbstständig und weiß, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen, Risiken abzuwägen und gleichzeitig verlässlich zu handeln. Diese unternehmerische Erfahrung möchte ich auch in die Verwaltung und die Entwicklung unserer Verbandsgemeinde einbringen.
Darüber hinaus engagiere ich mich seit Jahrzehnten für politische und kulturelle Belange. Durch meine Arbeit in politischen Ämtern und als Vorsitzende habe ich Führungserfahrung gesammelt. Auch meine Tätigkeit in einem Vereinsvorstand hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Menschen zu motivieren, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Ich bringe Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein, Führungskompetenz und den Willen zur Gestaltung mit. Ich bin es gewohnt, zuzuhören, Probleme anzupacken und Dinge konkret umzusetzen. Genau diese Fähigkeiten möchte ich als Bürgermeisterin nutzen, um gemeinsam mit den Menschen unsere Verbandsgemeinde erfolgreich und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
3. Welche Schwerpunktthemen wollen Sie angehen?
Ein ganz wichtiger Schwerpunkt ist für mich die Vernetzung – zwischen Verwaltung, unseren Unternehmen und den Menschen vor Ort. Ich möchte, dass die Verbandsgemeinde stärker mit den Unternehmen ins Gespräch kommt, ihre Anliegen kennt und gemeinsam gute Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Arbeitsplätze schafft. Gleichzeitig muss die Verwaltung näher an den Bürgerinnen und Bürgern sein und ihre Bedürfnisse stärker aufnehmen.
Ein zweiter Schwerpunkt ist für mich die schnellstmögliche Digitalisierung der Verwaltung. Mit einem modernen Smart-City-Konzept möchte ich die Chancen der Digitalisierung nutzen, um Verwaltungswege einfacher, schneller und transparenter zu machen. Die Verbandsgemeinde soll technisch auf der Höhe der Zeit sein und den Bürgerinnen und Bürgern einen zeitgemäßen Service bieten.
Ebenso wichtig sind mir Jugendarbeit und Kultur. Junge Menschen brauchen Räume, Angebote und echte Möglichkeiten, sich einzubringen und ihre Heimat mitzugestalten. Kultur wiederum verbindet Menschen, schafft Identität und macht unsere Verbandsgemeinde lebenswert. Hier möchte ich vorhandene Initiativen stärken, Vereine unterstützen und neue Ideen fördern.
Mein Ziel ist eine Verbandsgemeinde, die modern, gut vernetzt, digital, bürgernah und kulturell lebendig ist und dabei ihre Zukunft aktiv gestaltet.
4. Was läuft gut in der VG Unkel?
In unserer Verbandsgemeinde läuft vieles gut – und daran möchte ich als Bürgermeisterin anknüpfen.
Besonders beeindruckt mich der Zusammenhalt der Menschen in den Vereinen und Organisationen. Hier engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich, übernehmen Verantwortung und sorgen dafür, dass unsere Orte lebendig und lebenswert bleiben. Dieses Engagement ist ein großer Schatz unserer Verbandsgemeinde und verdient Unterstützung und Wertschätzung.
Auch innerhalb der Verwaltung sehe ich Bereiche, die gut funktionieren. Gerade die Bürgerdienste leisten wichtige Arbeit für die Menschen vor Ort. Ich erlebe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als freundlich, hilfsbereit und engagiert. Das ist eine sehr gute Grundlage für eine bürgernahe Verwaltung.
5. Mit welchen Herausforderungen hat die VG Unkel zu kämpfen?
Eine zentrale Herausforderung ist für mich der demografische Wandel. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Verbandsgemeinde für Menschen jeden Alters attraktiv bleibt – für Familien, für junge Menschen, aber auch für die ältere Generation.
Dazu gehört ganz wesentlich die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Gerade junge Familien und Menschen, die hier arbeiten, müssen sich das Leben in unserer Verbandsgemeinde auch leisten können. Gleichzeitig brauchen wir Arbeitsplätze vor Ort und gute Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen. Wohnen und Arbeiten gehören für mich dabei unmittelbar zusammen.
Eine weitere wichtige Herausforderung ist die Modernisierung unserer Verwaltung. Verwaltungsprozesse müssen einfacher, schneller, kostengünstig und bürgerfreundlicher werden. Deshalb möchte ich die Digitalisierung konsequent voranbringen, damit Anträge und Dienstleistungen möglichst unkompliziert und zeitgemäß erledigt werden können.
6. Wie wollen Sie die Finanzsituation verbessern?
Bei der Finanzsituation geht es für mich nicht nur darum, weniger auszugeben, sondern vor allem darum, vorhandene Mittel effizienter einzusetzen und Einsparpotenziale konsequent zu nutzen.
Ein wichtiger Ansatzpunkt sind für mich die Vergabeverfahren. Hier möchte ich die Abläufe überprüfen und optimieren, damit wir durch bessere Ausschreibungen und eine stärkere Zusammenarbeit Kosten reduzieren können – und damit auch die Ortsgemeinden finanziell entlasten. Grundsätzlich möchte ich Vergaben in allen Bereichen kritisch daraufhin prüfen, was wir selbst leisten können und wo eine externe Vergabe tatsächlich wirtschaftlicher ist.
Wir sollten unsere eigenen Ressourcen stärker nutzen beziehungsweise gezielt aufbauen. Ein Beispiel ist für mich die Frage der IT und der Datenhaltung: Warum sollen wir Daten an ein Rechenzentrum außerhalb von Rheinland-Pfalz auslagern, wenn wir entsprechende Strukturen auch in unserem eigenen Kreis nutzen können? Solche Entscheidungen müssen aus meiner Sicht vor allem unter dem Gesichtspunkt von Kosten, Sicherheit und regionaler Zusammenarbeit getroffen werden.
Gleichzeitig möchte ich die Wirtschaftsförderung stärken. Eine gute wirtschaftliche Entwicklung, die Unterstützung unserer Unternehmen und die Ansiedlung neuer Betriebe wirken sich langfristig auch positiv auf die finanzielle Situation unserer Kommunen aus.
Darüber hinaus möchte ich mich über den Städte- und Gemeindebund dafür einsetzen, dass kleine Gemeinden bei der Verteilung von Einnahmen stärker berücksichtigt werden. Dazu gehört für mich auch die Frage, ob beispielsweise bei den Konzessionsabgaben beziehungsweise Konzessionsumlagen eine gerechtere Verteilung möglich ist.
7. Der scheidende VG-Chef beklagt, dass in den Bereichen Digitalisierung der Verwaltung, Brand- und Katastrophenschutz, Kinderbetreuung, Integration und Unterbringung von Geflüchteten die Anforderungen stetig steigen – auf Kosten der Kommunen. Er fordert hier Korrekturen. Wie sehen Sie das?
Eine Verwaltung wird immer mit Veränderungen und neuen Anforderungen konfrontiert sein. Deshalb brauchen wir eine Verwaltung, die Veränderungen aktiv gestalten kann. Dazu gehört für mich ein gutes Change-Management: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen bei neuen Aufgaben mitgenommen werden, Prozesse müssen regelmäßig überprüft und Strukturen an neue Herausforderungen angepasst werden.
Gleichzeitig sehe ich sehr deutlich das Problem, dass immer mehr Aufgaben und Kosten bei den Kommunen ankommen. Hier müssen Bund und Land ihrer Verantwortung gerecht werden. Als Bürgermeisterin möchte ich deshalb meine Verbindungen in die Landespolitik nutzen, um die Interessen unserer Ortsgemeinden deutlich zu vertreten und mich für eine bessere finanzielle Ausstattung einzusetzen.
Mein Ziel ist deshalb eine leistungsfähige und veränderungsbereite Verwaltung, die neue Herausforderungen bewältigen kann – und gleichzeitig starke politische Interessenvertretung, damit die finanziellen Lasten nicht immer weiter auf den Schultern unserer Kommunen liegen.
8. Was würden Sie von einer Fusion der VGs Unkel, Linz und Bad Hönningen halten, die der scheidende VG-Chef Karsten Fehr begrüßt hatte. Als Alternative hatte er sich auch schon für die Umwandlung in eine verbandsfreie Gemeinde ausgesprochen. Das würde die Auflösung der drei Ortsgemeinden und der Stadt Unkel bedeuten, stattdessen gebe es Ortsbezirke.
Ich sehe eine mögliche Fusion zunächst sehr differenziert. Jede der drei Verbandsgemeinden ist ein eigener Kultur- und Lebensraum und hat ihre eigenen gewachsenen Strukturen und Herausforderungen. Gerade diese Unterschiede sollte man bei einer solchen Diskussion nicht unterschätzen.
Eine Zusammenlegung kann aus meiner Sicht nur über einen langen Zeitraum und mit einer sorgfältigen Prüfung erfolgen. Im Vordergrund müssten dabei konkrete Vorteile für die Menschen stehen – nicht allein die Hoffnung auf größere Verwaltungsstrukturen oder mögliche Einsparungen.
Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich keine weitreichenden Vorteile, die eine solche Fusion für unsere Verbandsgemeinde rechtfertigen würden. Im Gegenteil: Je größer eine Verwaltungseinheit wird, desto größer ist auch die Gefahr, dass die Entscheidungswege länger und die Ansprechpartner weiter von den Menschen vor Ort entfernt sind.
Gerade für mich als Bürgermeisterkandidatin ist Bürgernähe ein zentraler Punkt. Ich möchte eine Verwaltung, die erreichbar ist, die die Besonderheiten unserer Orte kennt und die Probleme vor Ort schnell aufgreifen kann. Eine mögliche Umwandlung in eine verbandsfreie Gemeinde würde zudem die bisherigen Ortsgemeinden und die Stadt Unkel als eigenständige politische Ebenen auflösen. Das sehe ich kritisch, weil damit auch ein Stück örtlicher Identität und unmittelbarer demokratischer Mitgestaltung verloren gehen könnte.
Für mich gilt deshalb: Zusammenarbeit ja – aber Fusion nicht um jeden Preis. Bevor man über eine Auflösung gewachsener Strukturen spricht, sollten zunächst die Möglichkeiten einer stärkeren interkommunalen Zusammenarbeit ausgeschöpft werden.
9. Würden Sie die bisherigen Pläne einer Fußgängerbrücke über den Rhein zwischen Erpel und Remagen befürworten und in das Projekt mehr Tempo bringen wollen?
Ja, ganz eindeutig. Ich befürworte dieses Projekt und möchte ihm auch mehr Tempo geben. Seit meiner Teilnahme an der Präsentation der Machbarkeitsstudie auf dem Ahr-Campus in Remagen setze ich mich bereits dafür ein und werbe auch in der Landespolitik für dieses wichtige Vorhaben.
Für mich ist eine solche Brücke weit mehr als eine reine Verkehrsverbindung. Sie wäre ein wichtiges Bindeglied zwischen den beiden Rheinseiten – für den Tourismus, für unsere Unternehmen und Wirtschaft, aber auch für die sozialen Kontakte der Menschen, die auf beiden Seiten des Rheins leben und arbeiten.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, das Projekt stärker zu einem EU- oder Landesprojekt zu machen, um weitere Fördermöglichkeiten und damit auch eine schnellere Umsetzung zu erreichen. Dafür müssen wir die richtigen politischen Ebenen zusammenbringen und gemeinsam an einem Strang ziehen.
Ich bin überzeugt: Eine solche Verbindung würde die gesamte Region stärken. Deshalb möchte ich mich dafür einsetzen, dass aus dieser guten Idee möglichst bald ein konkretes Projekt wird.