Die Verbandsgemeindeverwaltung modernisieren
Gemeinsam, wertschätzend und zukunftsorientiert
Eine moderne und leistungsfähige Verwaltung beginnt bei den Menschen, die sie jeden Tag gestalten. Ich begegne allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verbandsgemeinde mit Respekt und Wertschätzung. Mir ist es besonders wichtig, von Anfang an ein vertrauensvolles Verhältnis zur Belegschaft aufzubauen. Denn ich bin überzeugt: Nur wer sich ernst genommen, unterstützt und wertgeschätzt fühlt, kann seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen.
Mir ist bewusst, dass ich als Quereinsteigerin in das Bürgermeisteramt komme. Deshalb möchte ich mir zunächst ein umfassendes Bild von den vielfältigen Aufgaben und Abläufen innerhalb der Verbandsgemeindeverwaltung machen. Soweit es organisatorisch möglich ist, werde ich die einzelnen Fachbereiche im Arbeitsalltag begleiten, um ihre Arbeitsweisen, Herausforderungen und Schnittstellen kennenzulernen. Ich möchte nicht über die Verwaltung entscheiden, ohne ihre Arbeit aus eigener Anschauung verstanden zu haben.
Auf dieser Grundlage werde ich den Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern suchen. In persönlichen Gesprächen, die ich in enger Abstimmung mit dem Personalrat führen möchte, sollen sowohl bewährte Strukturen als auch Probleme und neue Ideen offen angesprochen werden. Dabei interessieren mich unter anderem folgende Fragen:
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Welche beruflichen Ziele und Entwicklungsmöglichkeiten haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
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Welche Unterstützung benötigen sie, um ihre Aufgaben gut und effizient erledigen zu können?
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Was funktioniert in der Verwaltung bereits gut und sollte unbedingt erhalten bleiben?
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Wo bestehen Schwierigkeiten, unnötige Arbeitsbelastungen oder bürokratische Hürden?
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Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen die Beschäftigten selbst?
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Welche Ideen haben sie, um die Zusammenarbeit und den Bürgerservice weiterzuentwickeln?
Die Erfahrungen und Ideen der Beschäftigten sind eine wichtige Grundlage für die Modernisierung unserer Verwaltung. Wer täglich mit den Abläufen arbeitet, erkennt häufig am besten, wo Verbesserungen möglich sind.
Aus den Ergebnissen dieser Gespräche möchte ich gemeinsam mit dem Personalrat einen vorausschauenden Personalentwicklungs- und Organisationsplan erarbeiten. Dabei sollen sowohl die Bedürfnisse der Beschäftigten als auch die Anforderungen an eine leistungsfähige Verwaltung berücksichtigt werden. Zentrale Fragen sind:
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Personalplanung: Welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, und wie können wir rechtzeitig für eine gute Nachbesetzung und einen Wissenstransfer sorgen?
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Personalbedarf: In welchen Fachbereichen fehlen Beschäftigte, und wo müssen wir personelle Engpässe abbauen?
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Qualifizierung: Sind die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten vorhanden, oder benötigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielte Fort- und Weiterbildungen?
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Digitale Ausstattung: Sind Computer, Software und technische Arbeitsmittel auf dem aktuellen Stand? Wo können digitale Lösungen und Automatisierung Arbeitsabläufe vereinfachen?
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Arbeitsorganisation: Wie können wir Zuständigkeiten, Schnittstellen und interne Abläufe verbessern, damit Aufgaben schneller und zuverlässiger erledigt werden?
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Zukunftsfähigkeit: Wie können wir die Verwaltung so aufstellen, dass sie auch auf neue Anforderungen, beispielsweise im Brand- und Katastrophenschutz, bei Kindergärten und in der Digitalisierung, gut vorbereitet ist?
Mein Ziel ist eine Verwaltung, die ihre Beschäftigten stärkt, vorhandene Kompetenzen fördert und Veränderungen gemeinsam gestaltet. Modernisierung bedeutet für mich nicht, Bewährtes grundsätzlich infrage zu stellen. Es geht darum, Stärken zu erhalten, Schwachstellen zu erkennen und Verbesserungen dort umzusetzen, wo sie wirklich etwas bewirken.
Denn eine gute Verwaltung braucht motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, klare Strukturen und den Mut, neue Wege zu gehen. Davon profitieren am Ende alle: die Beschäftigten, die Ortsgemeinden, die Unternehmen und vor allem die Bürgerinnen und Bürger unserer Verbandsgemeinde.
Die Bürgernähe stärken- zuhören, verstehen, handeln
Eine bürgernahe Verwaltung ist für mich die Grundlage einer lebendigen und funktionierenden Verbandsgemeinde. In vielen Bereichen wird diese Bürgernähe bereits heute gelebt. Das möchte ich ausdrücklich anerkennen und erhalten. Gleichzeitig sehe ich Möglichkeiten, den direkten Austausch zwischen Verwaltung, Bürgermeisterin und Bürgerinnen und Bürgern weiter zu stärken.
Mein Ziel ist es, für die Menschen vor Ort erreichbar zu sein und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Deshalb möchte ich in jeder Ortsgemeinde monatlich eine Bürgermeistersprechstunde anbieten. So schaffen wir eine unkomplizierte Möglichkeit, Fragen zu stellen, Probleme anzusprechen und Ideen einzubringen. Wer zu diesen Terminen keine Zeit hat, kann selbstverständlich auch einen individuellen Gesprächstermin mit mir vereinbaren.
Bürgernähe bedeutet für mich aber mehr, als nur für Gespräche zur Verfügung zu stehen. Ich möchte am gesellschaftlichen Leben unserer Verbandsgemeinde teilnehmen und bei möglichst vielen öffentlichen Veranstaltungen präsent sein. Denn gerade dort entstehen häufig wertvolle Gespräche und neue Impulse. Wo immer es möglich ist, möchte ich mir außerdem selbst ein Bild vor Ort machen, statt Entscheidungen ausschließlich vom Schreibtisch aus zu treffen.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist für mich eine transparente, rechtzeitige und verständliche Information der Bürgerinnen und Bürger. Sie sollen nachvollziehen können, welche Vorhaben geplant sind, welche Entscheidungen anstehen und welche Auswirkungen diese auf ihren Alltag haben.
Das gilt insbesondere bei Baumaßnahmen und anderen Projekten, die mit Einschränkungen verbunden sind. Die betroffenen Menschen müssen möglichst frühzeitig und wiederholt über den Zeitplan, mögliche Umleitungen, Beeinträchtigungen und alternative Lösungen informiert werden. So lassen sich Belastungen besser einschätzen, Missverständnisse vermeiden und unnötige Härten abfedern.
Für mich steht fest: Eine gute Verwaltung handelt nicht nur für die Menschen, sondern bezieht sie ein. Ich möchte eine Verbandsgemeinde, in der die Bürgerinnen und Bürger gehört werden, Informationen verlässlich erhalten und wissen, dass ihre Anliegen willkommen sind. Zuhören, verstehen und handeln – das ist mein Anspruch an eine bürgernahe Verwaltung.
Kennzahlensystem einführen
In meiner Arbeit als Ratsmitglied habe ich wiederholt erlebt, dass Anfragen und Anliegen mit dem Hinweis beantwortet wurden, die Verbandsgemeindeverwaltung sei überlastet und könne die gewünschten Aufgaben derzeit nicht leisten. Häufig blieb es bei allgemeinen Einschätzungen, ohne dass konkrete Zahlen vorlagen, anhand derer sich die Situation nachvollziehen ließ. Das war für mich unbefriedigend, denn eine gute Verwaltungssteuerung braucht mehr als pauschale Aussagen: Sie braucht belastbare Daten und nachvollziehbare Fakten.
Wer eine Verwaltung effizient führen und gezielt verbessern möchte, muss wissen, wie viel Arbeit anfällt, welche Ressourcen zur Verfügung stehen und wo Engpässe entstehen. Ebenso wichtig ist es, regelmäßig zu überprüfen, ob eingeleitete Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen. Dafür brauchen wir ein Kennzahlensystem, das relevante Informationen aktuell, verständlich und vergleichbar bereitstellt.
Die Fragen aus der kommunalpolitischen Praxis sind vielfältig:
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Wie viele Straßenlaternen gibt es in unserer Verbandsgemeinde, und wie viele davon sind bereits auf LED-Technik umgestellt?
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Wie viele Kilowattstunden Strom verbraucht unsere Straßenbeleuchtung pro Jahr?
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Wie viele Ausschreibungen werden durchgeführt und wie lange dauern die jeweiligen Verfahren?
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Wie viele Trauungen finden jährlich statt?
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Wie viele Personalausweise werden ausgestellt?
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Wie lange dauert die Bearbeitung bestimmter Verwaltungsanliegen?
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In welchen Fachbereichen entstehen besonders lange Wartezeiten oder Arbeitsrückstände?
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Wie verteilen sich die Arbeitsbelastung und die verfügbaren Personalressourcen auf die einzelnen Bereiche?
Solche Kennzahlen helfen dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Arbeitsabläufe zu verbessern und Personal sowie technische Ressourcen gezielt einzusetzen. Sie schaffen eine sachliche Grundlage für Entscheidungen und machen Veränderungen messbar.
Digitalisierung als Grundlage für eine moderne Verwaltungssteuerung
Mein Ziel ist es, ein Kennzahlensystem aufzubauen, das möglichst viele dieser Informationen automatisiert aus den laufenden Verwaltungsprozessen gewinnt. Dafür möchte ich nicht einfach zusätzliche Stellen schaffen, um Daten manuell zu erfassen und auszuwerten. Stattdessen sollten wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um Informationen dort zu gewinnen, wo sie ohnehin entstehen.
Das bedeutet nicht, dass jede Kennzahl ohne menschliches Zutun ermittelt werden kann. Entscheidend ist vielmehr, unnötige Mehrfacherfassungen zu vermeiden und möglichst viele Auswertungen automatisch bereitzustellen. So gewinnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben, während die Verwaltungsleitung eine bessere Grundlage für ihre Entscheidungen erhält.
Im Mittelpunkt stehen für mich zwei miteinander verbundene Bausteine:
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ein elektronisches Ticketsystem zur Steuerung und Nachverfolgung von Vorgängen;
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ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) zur digitalen Ablage, Bearbeitung und Verwaltung von Dokumenten.
1. Elektronisches Ticketsystem: Vorgänge nachvollziehbar steuern
Ein elektronisches Ticketsystem ist ein wichtiger Baustein für eine serviceorientierte und gut organisierte Verwaltung. Es ermöglicht, Aufgaben, Anfragen und Verwaltungsverfahren strukturiert zu erfassen, zuzuweisen und bis zum Abschluss nachzuverfolgen.
Jeder Vorgang erhält eine eindeutige Kennung. Zuständigkeiten, Bearbeitungsstände, Fristen, Rückfragen und relevante Informationen werden zentral dokumentiert. Dadurch müssen wichtige Angaben nicht mehr mühsam aus verschiedenen E-Mails, Word-Dokumenten oder Excel-Tabellen zusammengesucht werden.
Ein solches System lässt sich beispielsweise für die Beantragung eines Personalausweises, eine Eheschließung oder die Bearbeitung einer Anfrage aus einer Ortsgemeinde einsetzen. Für jeden Vorgang können passende Arbeitsschritte und Zuständigkeiten festgelegt werden.
Dadurch entstehen wertvolle Möglichkeiten für die Verwaltungssteuerung:
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Arbeitsbelastung erkennen: Wie viele Vorgänge liegen in den einzelnen Fachbereichen vor, und wo entstehen Engpässe?
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Bearbeitungszeiten messen: Wie lange dauert ein Verfahren vom Eingang der Anfrage bis zum Abschluss?
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Wartezeiten reduzieren: An welchen Stellen bleiben Vorgänge liegen, und wie lassen sich unnötige Verzögerungen vermeiden?
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Personal gezielter einsetzen: Wie können Aufgaben innerhalb der Verwaltung sinnvoll verteilt werden?
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Vertretungen erleichtern: Wie kann sichergestellt werden, dass Vorgänge bei Urlaub oder Krankheit weiterbearbeitet werden können?
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Service verbessern: Wie können Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen verlässlicher über den Stand ihrer Anliegen informiert werden?
Die gewonnenen Daten helfen uns, Probleme nicht nur zu beschreiben, sondern ihre Ursachen zu erkennen und Verbesserungen gezielt umzusetzen. Dabei geht es nicht darum, einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kontrollieren. Es geht darum, Arbeitsabläufe transparent zu machen, Beschäftigte zu entlasten und die Leistungsfähigkeit der gesamten Verwaltung zu stärken.
2. Dokumentenmanagementsystem (DMS): Dokumente digital organisieren und Prozesse vereinfachen
Ein Dokumentenmanagementsystem ist eine zentrale digitale Plattform, mit der Dokumente einheitlich abgelegt, verwaltet, wiedergefunden und bearbeitet werden können. Es schafft klare Strukturen für den Umgang mit digitalen Akten und unterstützt eine nachvollziehbare, sichere und effiziente Vorgangsbearbeitung.
Ein gut eingeführtes DMS kann die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen erleichtern, die Suche nach Unterlagen beschleunigen und doppelte Arbeit vermeiden. In Verbindung mit digitalen Arbeitsabläufen lassen sich zudem wiederkehrende Aufgaben teilweise automatisieren.
So können beispielsweise Dokumente automatisch einem bestimmten Vorgang zugeordnet, Bearbeitungsschritte angestoßen oder Fristen überwacht werden. Zusammen mit dem Ticketsystem entsteht ein durchgängiger digitaler Arbeitsprozess, bei dem Informationen nicht mehrfach erfasst werden müssen.
Voraussetzung dafür sind klare Zuständigkeiten, einheitliche Standards sowie die Einhaltung der Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen. Die Einführung muss deshalb sorgfältig geplant und gemeinsam mit den Beschäftigten umgesetzt werden.
Dokumentenmanagementsystem (DMS) – die Grundlage für eine digitale Verwaltung
Ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) ist ein zentraler Baustein einer modernen Verwaltung. Es ermöglicht, digitale Dokumente einheitlich zu erfassen, zu organisieren, sicher abzulegen und wiederzufinden. Gleichzeitig schafft es die Voraussetzung, Verwaltungsabläufe digital abzubilden und wiederkehrende Arbeitsschritte teilweise zu automatisieren.
Ein gut eingeführtes DMS kann Bearbeitungszeiten verkürzen, Mehrfacharbeit vermeiden und die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen erleichtern. Informationen stehen dort zur Verfügung, wo sie gebraucht werden, und müssen nicht immer wieder neu gesucht oder erfasst werden.
Mein Ziel ist es, die Digitalisierung der Verbandsgemeindeverwaltung nicht als Ansammlung einzelner Insellösungen zu betrachten, sondern als zusammenhängenden Prozess. Dazu gehört auch, frühzeitig auf bundesweit abgestimmte Standards und gemeinsame digitale Infrastrukturen zu setzen.
Mein Ziel: Eine Verwaltung, die ihre Arbeit messbar verbessern kann
Ein Kennzahlensystem ist kein Selbstzweck. Es soll uns helfen, die richtigen Fragen zu stellen, Engpässe frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen. Die Zahlen müssen regelmäßig ausgewertet und im Zusammenhang mit den tatsächlichen Aufgaben und Rahmenbedingungen betrachtet werden. Denn nicht jede Verwaltungsleistung lässt sich allein an Geschwindigkeit oder Fallzahlen messen.
Ich möchte eine Verwaltung, die ihre vorhandenen Ressourcen kennt, ihre Arbeitsabläufe kontinuierlich verbessert und auf neue Anforderungen vorbereitet ist. Eine Verwaltung, die nicht nur mitteilt, dass sie überlastet ist, sondern möglichst konkret benennen kann, wo die Belastung entsteht und welche Lösungen infrage kommen.
Mein Ansatz ist deshalb: erst Transparenz schaffen, dann gezielt verbessern. Mit einem elektronischen Ticketsystem, einem gut integrierten Dokumentenmanagement und aussagekräftigen Kennzahlen können wir die Digitalisierung nutzen, um Verwaltungsarbeit zu vereinfachen, Beschäftigte zu entlasten und den Service für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Ortsgemeinden weiterzuentwickeln.
Unsere Verwaltung an den Deutschland-Stack anschließen
Der Deutschland-Stack ist eine Initiative für gemeinsame digitale Infrastrukturen und Standards der öffentlichen Verwaltung. Er soll Bund, Ländern und Kommunen dabei unterstützen, Verwaltungsleistungen auf einer einheitlichen technischen Grundlage zu digitalisieren.
Für unsere Verbandsgemeinde bietet dieser Ansatz eine wichtige Perspektive: Statt für jede Aufgabe eigene Lösungen zu entwickeln, können standardisierte und wiederverwendbare digitale Bausteine genutzt werden. Das kann Kosten reduzieren, die Zusammenarbeit mit anderen Behörden erleichtern und verhindern, dass Daten zwischen unterschiedlichen Systemen immer wieder manuell übertragen werden müssen.
Mein Ziel ist eine Verwaltung, deren digitale Angebote für die Menschen einfach funktionieren – unabhängig davon, welche Behörde im Hintergrund zuständig ist.
Für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen soll ein digitaler Verwaltungsprozess künftig möglichst durchgängig funktionieren: vom ersten Kontakt bis zum fertigen Bescheid. Dazu gehören insbesondere folgende Möglichkeiten:
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Verwaltungsleistungen einfach finden: Ein einheitlicher Zugang erleichtert die Suche nach dem passenden digitalen Dienst.
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Sicher digital identifizieren: Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen können sich zuverlässig online anmelden und ausweisen.
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Daten nur einmal angeben: Bereits vorhandene und rechtmäßig abrufbare Registerdaten sollen, wo möglich, automatisch übernommen werden können.
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Anträge vollständig digital stellen: Medienbrüche zwischen Online-Antrag, Papierformular und interner Bearbeitung sollen vermieden werden.
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Digitale Unterstützung nutzen: Moderne Assistenzsysteme und perspektivisch KI können dabei helfen, Formulare verständlicher zu machen und die Antragstellung zu erleichtern.
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Behörden besser vernetzen: Ein standardisierter Datenaustausch soll die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Kommunen und weiteren zuständigen Stellen vereinfachen.
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Gebühren digital bezahlen: Zahlungen und gegebenenfalls Rückerstattungen sollen unkompliziert online abgewickelt werden können.
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Bescheide digital erhalten: Entscheidungen und Mitteilungen sollen sicher und rechtssicher digital zugestellt werden können.
Datenschutz, IT-Sicherheit und die Nachvollziehbarkeit behördlicher Entscheidungen müssen dabei jederzeit gewährleistet bleiben. Ebenso wichtig ist mir, dass Menschen, die digitale Angebote nicht nutzen können oder möchten, weiterhin Zugang zu den Verwaltungsleistungen erhalten.
Gemeinsame digitale Basisdienste nutzen
Ein wesentlicher Ansatz des Deutschland-Stacks ist die Entwicklung beziehungsweise Einbindung gemeinsamer digitaler Basisdienste. Solche Bausteine können von unterschiedlichen Verwaltungsleistungen genutzt werden und müssen deshalb nicht für jeden einzelnen Vorgang neu geschaffen werden.
Zu den relevanten Bereichen gehören unter anderem:
1. Identität und Vertrauen
Mit der BundID, perspektivisch der europäischen digitalen Identitäts-Wallet (EUDI-Wallet) sowie dem Mein Unternehmenskonto stehen digitale Identitäts- und Zugangslösungen für unterschiedliche Nutzergruppen zur Verfügung.
Sie sollen einen sicheren und möglichst einheitlichen Zugang zu digitalen Verwaltungsleistungen ermöglichen. Für die Verbandsgemeinde bedeutet das die Chance, Online-Angebote nutzerfreundlicher zu gestalten und sichere Anmeldeverfahren nicht für jeden Dienst separat organisieren zu müssen.
2. Postfach und digitale Kommunikation
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die sichere digitale Kommunikation zwischen Verwaltung, Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen. Im Zusammenhang mit der Zielarchitektur für Postfach- und Kommunikationslösungen wird unter anderem das Projekt ZaPuK entwickelt.
Solche Lösungen sollen den digitalen Austausch von Nachrichten, Anträgen, Bescheiden und Benachrichtigungen vereinfachen. Ziel ist es, wichtige Informationen sicher und nachvollziehbar zu übermitteln und unnötige Medienwechsel zwischen verschiedenen Kommunikationswegen zu vermeiden.
Für die Menschen vor Ort würde das bedeuten, dass sie Verwaltungsangelegenheiten zunehmend online erledigen und Rückmeldungen auf digitalem Weg erhalten können, ohne für jeden Schritt persönlich vorsprechen oder Unterlagen postalisch versenden zu müssen.
Mein Ziel: Digitalisierung, die im Alltag ankommt
Für mich ist entscheidend, dass wir nicht einfach möglichst viele digitale Anwendungen einführen, sondern die Verwaltung als Ganzes weiterentwickeln. Ein digitales Formular allein macht noch keinen durchgängigen digitalen Prozess. Erst wenn Antragstellung, interne Bearbeitung, Datenaustausch und Bescheidzustellung sinnvoll miteinander verbunden sind, entsteht ein tatsächlicher Mehrwert.
Deshalb möchte ich prüfen lassen, welche vorhandenen Systeme der Verbandsgemeinde weitergenutzt werden können, wo Schnittstellen fehlen und welche gemeinsamen Standards und Basisdienste sich sinnvoll einsetzen lassen. Dabei müssen Kosten, Datenschutz, IT-Sicherheit, die vorhandene technische Ausstattung und die Bedürfnisse der Beschäftigten berücksichtigt werden.
Mein Anspruch ist eine moderne Verbandsgemeindeverwaltung, die digitale Möglichkeiten konsequent nutzt, ihre Beschäftigten entlastet und den Menschen Zeit und unnötige Wege erspart. Die Digitalisierung soll nicht Selbstzweck sein, sondern den Alltag einfacher machen – für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Ortsgemeinden und die Verwaltung selbst.
Ausschreibungen modernisieren – transparent, rechtssicher und wirtschaftlich
Ein funktionierendes Vergabewesen ist entscheidend für einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Geldern. Bei Ausschreibungen müssen rechtliche Vorgaben eingehalten, Kosten realistisch eingeschätzt und Aufträge nachvollziehbar vergeben werden. Dabei geht es nicht nur um die Einhaltung formaler Regeln, sondern auch darum, wirtschaftliche Ergebnisse für unsere Verbandsgemeinde und die Ortsgemeinden zu erzielen.
Im Prüfungsbericht der Kreisverwaltung wurden nach meiner Kenntnis erhebliche Mängel bei den Vergabeverfahren der Verbandsgemeinde festgestellt. Deshalb sehe ich hier dringenden Handlungsbedarf. Ich möchte diesen Bereich zeitnah überprüfen und gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen konkrete Verbesserungen auf den Weg bringen.
Dabei sind mir vier Punkte besonders wichtig:
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Rechtssichere Verfahren: Ausschreibungen müssen vollständig, transparent und entsprechend den geltenden vergaberechtlichen Vorgaben durchgeführt und dokumentiert werden.
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Aktuelles Firmenregister: Ein gepflegtes Verzeichnis geeigneter Unternehmen soll dabei helfen, potenzielle Anbieter zu identifizieren und einen angemessenen Wettbewerb zu ermöglichen.
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Realistische Kostenschätzungen: Bereits vor Beginn einer Ausschreibung sollte eine nachvollziehbare Schätzung der voraussichtlichen Auftragskosten vorliegen. So schaffen wir eine belastbare Grundlage für die Haushaltsplanung und können eingehende Angebote besser beurteilen.
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Klare Zuständigkeiten und Qualitätssicherung: Einheitliche Abläufe, verständliche Vorgaben und regelmäßige Kontrollen sollen Fehler vermeiden und die Beschäftigten bei der Durchführung der Vergabeverfahren unterstützen.
Mein Ziel ist es, aus festgestellten Mängeln die richtigen Konsequenzen zu ziehen und das Vergabewesen dauerhaft zu verbessern. Dabei sollen, wo sinnvoll, auch digitale Verfahren und standardisierte Vorlagen eingesetzt werden, um Arbeitsabläufe zu vereinfachen und die Nachvollziehbarkeit zu erhöhen.
Öffentliche Aufträge müssen fair, transparent und wirtschaftlich vergeben werden. Jeder Euro, den wir verantwortungsvoll einsetzen, kommt letztlich den Menschen und Gemeinden vor Ort zugute.
Eine Stabsstelle für Fördermittelakquise und Finanzierung schaffen
Förderprogramme, gesetzliche Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten für Kommunen verändern sich laufend. Für kleinere Gemeinden und Verwaltungen ist es oft schwierig, den Überblick zu behalten und rechtzeitig zu erkennen, welche Fördermittel für geplante Projekte infrage kommen. Gleichzeitig bleiben Chancen ungenutzt, wenn Informationen fehlen, Antragsfristen versäumt werden oder die notwendigen Antragsverfahren zu komplex sind.
Ich möchte deshalb prüfen, wie wir eine zentrale Stabsstelle für Fördermittelakquise und Finanzierung innerhalb der Verbandsgemeindeverwaltung einrichten können.
Diese Stelle soll Förderprogramme, neue gesetzliche Regelungen und kommunale Finanzierungsmöglichkeiten systematisch beobachten und bewerten. Dabei soll sie nicht nur die Interessen der Verbandsgemeinde selbst im Blick haben, sondern auch die Ortsgemeinden, Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Unternehmen unterstützen.
Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere:
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Fördermöglichkeiten erkennen: Neue Programme von Bund, Land und Europäischer Union sowie weitere geeignete Finanzierungsangebote frühzeitig identifizieren.
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Förderfähigkeit prüfen: Untersuchen, welche Programme für kommunale Vorhaben, beispielsweise bei Digitalisierung, Klimaschutz, Infrastruktur, Bildung oder Katastrophenschutz, genutzt werden können.
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Ortsgemeinden beraten: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Gemeinderäte bei der Suche nach geeigneten Fördermitteln und bei der Vorbereitung von Anträgen unterstützen.
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Antragstellung begleiten: Bei Förderbedingungen, Fristen, erforderlichen Unterlagen und der Zusammenstellung von Anträgen Hilfestellung leisten.
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Bürger und Unternehmen informieren: Auf passende Fördermöglichkeiten hinweisen und Interessierte an geeignete Beratungsangebote vermitteln beziehungsweise sie im Rahmen der verfügbaren Zuständigkeiten unterstützen.
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Fördermittel im Blick behalten: Bewilligte Mittel, Fristen und Nachweispflichten systematisch verfolgen, damit Fördergelder ordnungsgemäß eingesetzt werden und möglichst keine Ansprüche verloren gehen.
Dabei ist mir wichtig, dass diese Stabsstelle nicht zu einer zusätzlichen bürokratischen Ebene wird. Sie soll vielmehr als zentrale Anlaufstelle arbeiten, vorhandenes Wissen bündeln und die Fachbereiche der Verwaltung sowie die Ortsgemeinden gezielt entlasten.
Vor der Einrichtung müssen allerdings der tatsächliche Arbeitsbedarf, die Finanzierung und die organisatorische Umsetzung geprüft werden. Dabei ist auch zu untersuchen, ob die Aufgabe mit vorhandenen Beschäftigten, durch eine Neuordnung bestehender Zuständigkeiten oder in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen erfüllt werden kann.
Mein Ziel ist es, Fördermöglichkeiten nicht dem Zufall zu überlassen. Wir müssen wissen, welche Unterstützung uns zur Verfügung steht, und sie dort nutzen, wo sie unsere Verbandsgemeinde und ihre Ortsgemeinden voranbringt. So können wir Projekte besser finanzieren, kommunale Haushalte entlasten und zusätzliche Handlungsspielräume für die Zukunft schaffen.